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Legionellenprüfung Kosten 2026: Was kostet die Pflichtprüfung wirklich?

Was kostet eine Legionellenprüfung? Laborkosten, Probenahme, Kosten pro Wohnung, Angebotsvergleich und der interne Aufwand der Hausverwaltung.

20. Februar 20265 Min. LesezeitLegioFlow Team

Die gesetzliche Legionellenprüfung nach TrinkwV ist für Hausverwaltungen verpflichtend – und verursacht regelmäßige Kosten. Doch wie hoch sind diese wirklich, und wo lassen sich Einsparpotenziale heben? Dieser Artikel gibt einen vollständigen Überblick.

Direkte Laborkosten

Die direkten Kosten für die Legionellenprüfung richten sich vor allem nach der Anzahl der Entnahmestellen und Anlagen:

  • Kleine Anlage (1 System, 3-5 Entnahmestellen): 150–350 EUR
  • Mittlere Wohnanlage (2-5 Systeme): 300–700 EUR
  • Größere Anlage (mehr als 5 Systeme): 600–2.000 EUR

Diese Preisangaben beziehen sich auf die Laborkosten inklusive Probenahme. Nutzen Sie unseren Kosten-Rechner für eine schnelle Schätzung für Ihren Bestand.

Regionale Preisunterschiede

Die Laborpreise variieren regional erheblich. In Ballungsräumen sind die Preise tendenziell höher als auf dem Land. Es empfiehlt sich, mindestens drei Angebote einzuholen und auf folgende Punkte zu achten:

  • Zulassung des Labors als Untersuchungsstelle (§ 39 TrinkwV)
  • Inkludierte Leistungen: Ist die Probenahme vor Ort im Preis enthalten oder separat ausgewiesen? Sie gehört nach § 39 Abs. 3 TrinkwV zum Untersuchungsauftrag.
  • Reaktionszeit bei positiven Befunden
  • Berichtformat: Maschinenlesbar oder nur PDF?

Die versteckten Kosten: Verwaltungsaufwand

Ein oft unterschätzter Kostenfaktor ist der interne Verwaltungsaufwand. Für eine einzelne Prüfung entstehen erfahrungsgemäß:

| Tätigkeit | Aufwand | |---|---| | Mieter-Kommunikation (Ankündigung) | 2–4 Stunden | | Terminkoordination mit Mietern | 1–2 Stunden | | Terminkoordination mit Labor | 0,5–1 Stunde | | Nachverfolgung von Nichterreichbaren | 1–2 Stunden | | Dokumentation des Befunds | 1 Stunde | | Gesamt pro Prüfzyklus | 5–9 Stunden |

Bei einem Stundensatz von 40–60 EUR entstehen so 200–540 EUR an Verwaltungskosten – zusätzlich zu den reinen Laborkosten.

Kosten bei verpasster Frist

Wer die Prüffrist versäumt, riskiert erheblich höhere Kosten:

  • Bußgelder bis zu 25.000 € (§ 72 Abs. 1 TrinkwV i. V. m. § 73 Abs. 1a Nr. 24, Abs. 2 IfSG); wer vorsätzlich handelt und dadurch Krankheitserreger verbreitet, macht sich nach § 74 IfSG strafbar
  • Zivilrechtliche Schadensersatzansprüche betroffener Mieter
  • Kosten für Sofortmaßnahmen bei positiven Befunden ohne reguläres Monitoring

Mit dem Bußgeld-Rechner können Sie das finanzielle Risiko einer verpassten Prüfung einschätzen.

Kosten pro Wohnung und Mehrfamilienhaus

Eine pauschale Kostenangabe pro Wohnung gibt es nicht: Abgerechnet wird in der Regel nicht je Wohnung, sondern je Anlage und Entnahmestelle (siehe Abschnitt „Direkte Laborkosten“ oben) – ein Mehrfamilienhaus mit einer zentralen Warmwasseranlage und wenigen Entnahmestellen kann günstiger sein als ein Objekt mit mehreren dezentralen Anlagen und vielen Entnahmestellen. Mit dem Kosten-Rechner erhalten Sie eine Schätzung für Ihr konkretes Objekt anhand der Anzahl Ihrer Anlagen und Entnahmestellen.

Angebot für die Legionellenprüfung einholen

Damit Angebote vergleichbar sind, sollte eine Anfrage an zugelassene Untersuchungsstellen folgende Angaben enthalten bzw. abfragen:

  • Anzahl und Lage der Entnahmestellen sowie Anzahl der zu untersuchenden Anlagen
  • Leistungsumfang: Sind Probenahme vor Ort, Analyse, Anfahrt und Bericht im Preis enthalten? Der Untersuchungsauftrag muss die Probenahme umfassen (§ 39 Abs. 3 TrinkwV).
  • Nachweis der Zulassung als Untersuchungsstelle nach § 39 TrinkwV (einschließlich der Probenahme)
  • Reaktions- bzw. Analysendauer, insbesondere für den Fall eines positiven Befunds
  • Berichtformat: maschinenlesbar oder nur als PDF
  • Vertragskonditionen bei wiederkehrender Beauftragung für mehrere Objekte

Legionellentest: Selbsttest oder zugelassenes Labor?

Im Handel erhältliche Legionellen-Selbsttests ersetzen die gesetzliche Prüfung nicht. Nach § 31 TrinkwV muss die Untersuchung als systemische Untersuchung der Wasserversorgungsanlage erfolgen, und § 39 Abs. 1 TrinkwV schreibt vor, dass die nach der Verordnung erforderlichen Untersuchungen einschließlich der Probenahme nur von einer dafür zugelassenen Untersuchungsstelle durchgeführt werden dürfen. Ein Selbsttest kann allenfalls eine erste Orientierung liefern, erfüllt die Untersuchungspflicht aus § 31 TrinkwV aber nicht.

Häufige Fragen zu den Kosten

Was kostet eine Legionellenprüfung?

Das hängt von der Anzahl der Anlagen und Entnahmestellen sowie der Region ab (siehe Abschnitt „Direkte Laborkosten“ oben). Für eine Schätzung zu Ihrem Objekt nutzen Sie den Kosten-Rechner.

Was kostet eine Legionellenprüfung pro Wohnung?

Einen festen Preis pro Wohnung gibt es nicht, da nicht je Wohnung, sondern je Anlage und Entnahmestelle abgerechnet wird. Mehrere Wohnungen teilen sich häufig dieselbe Warmwasseranlage.

Wer trägt die Kosten der Legionellenprüfung?

Die Pflicht zur Untersuchung trifft nach § 31 TrinkwV den Betreiber der Wasserversorgungsanlage – also den Unternehmer oder sonstigen Inhaber der Anlage (§ 2 Nr. 3 TrinkwV), bei vermieteten Objekten in der Regel den Vermieter. Er beauftragt das Labor, bei einer beauftragten Hausverwaltung auch diese in seinem Namen. Ob die Kosten anschließend über die Betriebskosten auf die Mieter umgelegt werden können, hängt vom Mietvertrag und der Betriebskostenabrechnung ab – das sollten Sie im Einzelfall prüfen lassen.

Kosten mit digitaler Unterstützung senken

Mit einer Software wie LegioFlow lassen sich die internen Verwaltungskosten deutlich reduzieren:

  • Mieter-Kommunikation: E-Mail-Generierung für Mieteranschreiben
  • Terminverwaltung: Prüftermine je Objekt verwalten
  • Digitale Dokumentation: Befunde zentral ablegen, keine Suchzeiten
  • Fristen-Tracking: Automatische Erinnerungen 12, 6 und 3 Monate vorher

Weitere Informationen für Ihre spezifische Situation finden Sie auf unserer Seite für Hausverwaltungen.

Fazit: Die Gesamtkosten im Blick behalten

Die reinen Laborkosten sind nur ein Teil des Gesamtaufwands. Mit einbezogenem Verwaltungsaufwand ist eine Legionellenprüfung für eine mittelgroße Wohnanlage schnell mit 800–2.500 EUR pro Prüfzyklus verbunden – alle drei Jahre. Die Investition in digitale Unterstützung amortisiert sich in der Regel bereits nach wenigen Prüfzyklen.


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